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Schon vor undenklichen Zeiten (noch vor dem Christentum) verehrten die Menschen der Agrargesellschaften eine Mutter Göttin, auch sogenannte Große Göttin, die in manigfaltige Gestalten auftrat. Man geht sogar davon aus, daß dieser Glaube schon in grauer Vorzeit gegen Ende der paläolithischen Periode entstand, als der Homo sapiens den Homo neanderthalensis ablöste. Während die Höhlenmalereien dieser Zeit meist Tiere und manchmal auch Männer zeigten, stellen fast alle Skulpturen die bisher gefunden wurden Frauen dar (auch als Venus-Figuren bekannt). Im allgemeinen sind sie nackt, dickleibig und fast gesichtslos. Die überbetonten Hüften, Busen und Schamdreiecke weisen auf das Fruchtbarkeitssymbol hin. Es wird vermutet, daß diese Figuren Teil einer damals herrschenden Religion waren, die die Große Göttin verehrte. Doch dieser Status geriet langsam ins wanken. Joseph Campell bemerkte dazu: “Zweifellos wurden die magische Kraft und das Wunderbare der weiblichen Natur in den Anfangstagen der Menschheitsgeschichte als ebenso großartig empfunden wie das Universum selbst; und das verschafft der Frau eine ungeheure Macht, die zu brechen, zu kontrollieren und für seine eigenen Zwecke zu nutzen eines der größten Anliegen des männlichen Teil der Menschheit war.” (Wohlgemerkt kommen diese Worte von einem Mann und nicht von einer Emanze.) In der Jägergesellschaft wurde die Frau zwar verehrt, aber im Leben wurden ihr eher niedere Arbeiten zugewiesen, während der Mann die Nahrung beschaffte.
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