| Ein
Adventsbaum fliegt nach Amerika...
Beim Weihnachtsmarkt in Bad Abbach verkauften die achten Klassen ihre Produkte Der neue Lehrplan der Hauptschule gab den Rahmen für das Projekt "Weihnachtsmarkt für die beiden achten Klassen vor: "Schüler arbeiten und wirtschaften für einen Markt im Schulumfeld." Innerhalb des Lernfeldes Arbeitslehre "gründeten" die Schüler für eine Woche eine kleine Firma: Sie waren beschäftigt mit der Entscheidung für ein Projekt, der Beschaffung und Produktionsvorbereitung, der eigentlichen Produktion, aber auch mit Fragen wie Marketing, Verkauf und Erfolgskontrolle. Zusammen mit den beiden Klassenleitern Gertrud Evrad und Heiner Bruckmüller fanden 43 Mädchen und Buben eine Vielzahl von Ideen, aus denen sich zwei herauskristallisierten: Die Herstellung eines Adventskranzes aus Holz und die Produktion verschiedener Essig- und Ölvariationen. |
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| "Da müssen wir aber ganz schön schuften", meinte Andreas, als die Gtb- Gruppen (neues Fach : Gewerblich technischer Bereich, früher Werken/Technisches Zeichnen) sich auf die Herstellung von 50 Adventsbäumen geeinigt hatten. Die Fachlehrerin Christina Salbeck und Heiner Bruckmüller "durften" sägen (Schüler dürfen aus versicherungstechnischen Gründen nicht an die Bandsäge!), Matthias und seine "Leute" schliffen die Einzelteile sauber ab, Martina und Kathi bemalten das Holz, die Einzelteile wurden von Robert, Thomas, Dominik und Christian zusammengebaut und einer sorgfältigen Endkontrolle unterzogen. | |
| Nach viel Schweiß standen dann die 50 Exemplare in Reih und Glied auf den Werkbänken. Die Hsb- Gruppe (Hauswirtschaftlich sozialer Bereich, früher: Hauswirtschaft) klärte mit ihrer Fachlehrerin Evi Firmkäs zuerst die Rezepte ab, während sich Getrud Evrad mit Evelyn, Alexandra, Elena und Elvira um die Besorgung formschöner Flaschen zur Abfüllung der Essig und Ölvariation kümmert. Natürlich durften dann alle 43 Schüler/innen die endgültigen Formen mit auswählen. In Bottichen, Krügen und großen Schüsseln mischten die Buben und Mädchen aus Zitronen, Limonen, Himbeeren ihre Essigarten, aus Rosmarin, Knoblauch und Pepperoni entstanden tolle Öle, mit Trichtern und Schläuchen füllten sie anschließend die Flüssigkeiten in die insgesamt 200 kunstvoll geschwungenen Flaschen. | |
| Während einige Schüler
die Flaschen mit Bändern und Schleifen auf "weihnachtlich" trimmten,
bedruckte eine Gruppe mit dem Informatiklehrer Alois Sperger Etiketten
und Aufkleber mit den Angaben über Zutaten, Haltbarkeit und Herstellungsdatum.
Der Medienspezialist Sperger hatte aus der Kreisbildstelle Kelheim eine
Digitalkamera mitgebracht, mit der Pascha und seine Gruppe Bilder in Dateien
einarbeiteten und als Werbeplakate gestalteten.
"Hoffentlich können wir auch alles verkaufen, damit wir nicht draufzahlen" bemerkte Ukas. Schließlich hatten sich die Schüler selbst als " Kleinaktionäre" mit 20.-DM in ihre eigene " Firma" eingekauft und nur bei einem guten Ergebnis konnten die Gesamtinvestitionen wieder eingefahren werden und vielleicht sogar ein kleiner Gewinn (50% für die Klassenkasse) herausspringen. |
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| Am Samstag, 28. November 1998
begann dann die Stunde der Wahrheit: Michael half den Pavillon (geliehen
von der FFW Pentling) aufbauen, der Stand wurde geschmückt und hergerichtet
und dann hieß es auf die Käufer warten. Ab 15.00 wurde es ernst:
Bürgermeister Will und die Organisatorin Walther hatten den Christkindlmarkt
offiziell eröffnet, Andreas stand an der Kasse, Markus und Dominik
warben für "ihre" Produkte.
Neben dem Verkaufsstand hatten Edeltraud, Miriam und Barbara von 15.30 –17.30 Uhr in der Marktkirche zusätzlich die Betreuung von Kindern übernommen, mit ihnen gebastelten oder ihnen Geschichten vorgelesen. |
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| Um 20.00 Uhr war Schluß.
"Ganz gut gelaufen," meinte Robert, am Sonntag ab 11.00 Uhr ging's dann
weiter. "Da ist ja gar nichts los", meinte Martina und in der Tat, erst
ab dem Nachmittag füllte sich der Platz und dann lief auch das Geschäft
wieder an. Um 17.00 Uhr atmeten dann alle auf: Die Unkosten waren nun gedeckt
- ab jetzt begann der Gewinn...
Als Philipp mit seiner Mannschaft um 19.30 zum Abbauen kam, machten alle zufriedene Gesichter. Die meisten Essig- und Ölflaschen waren als Geschenk oder zum eigenen Gebrauch verkauft, 49 von 50 Adventsbäumen ebenfalls an den Mann gebracht. Nur ein Exemplar muss noch gebaut werden: Ein Mann bestellte einen "Baum" in zerlegbarer Form, er braucht ihn als Geschenk für seine Familie in Amerika und für die große Reise passt er nun mal zusammengebaut nicht in den Koffer. Also heißt es diese Woche nochmals runter in den Werkraum, sägen, schleifen, anmalen, zusammenbauen – falsch: nicht mehr zusammenbauen – verkaufen, ehe dann die große Abrechnung erfolgt. |