ISDN

Ein bißchen Theorie

Anschlußarten:

    1.Basisanschluß als Standartanschluß

    2.Basisanschluß als Komfortanschluß

    3.Primärmultiplexanschluß als Standartanschluß

    4.Primärmultiplexanschluß als Komfortanschluß

Primärmultiplexanschluß

Der Primärmultiplexanschluß ist vor allem für Geschäftskunden gedacht. Deshalb sei er hier nur kurz erläutert. Der Primärmultiplexanschluß stellt 30 B-Kanäle, also 30 Nutzkanäle oder “Amtsleitungen” zur Verfügung. Es können also 30 Endgeräte gleichzeitig aktiv tätig sein. Primärmultiplexanschlüsse werden nur in Verbindung mit großen Nebenstellenanlagen verwendet.
Für diesen Anschluß benötigt man 4 Adern. Die Umstellung von einem analogen oder von einem Basisanschluß ist also nicht ohne weiteres möglich. Der Primärmultiplexanschluß wird mit einem Netzabschluß, dem NTPMA im Gebäude des Kunden abgeschlossen.

Basisanschluß

Der Basisanschluß stellt 2 Nutzkanäle, die sogenannten B-Kanäle zur Verfügung. Vergleicht man den Basisanschluß mit einem herkömmlichen “alten”, analogen Anschluß, so bedeutet dies, daß man 2 Anschlüsse bzw. Amtsleitungen zur Verfügung hat. Es können also 2 Endgeräte (z.B. Telefon, Fax, Modem) gleichzeitig aktiv tätig sein. Man kann z.B. ein Telefongespräch führen und gleichzeitig ein Fax zu einem anderen Anschluß senden.
Für den Basisanschluß benötigt man 2 Adern, die meist schon von einem vorliegenden analogen Anschluß vorhanden sind. Abgeschlossen wird der Basisanschluß im Haus des Kunden mit einem Netzabschluß, den sogenannten NTBA.

Für die Unterscheidung Standartanschluß und Komfortanschluß (auch bei Primärmultiplexanschluß) gilt, daß unterschiedliche Leistungsmerkmale und monatliche Grundgebühren angeboten werden.

Desweiteren wird nach zwei Betriebarten unterschieden. Den Mehrgeräteanschluß und den TK-Anlagenanschluß.

Mehrgeräteanschluß

Mehrgeräteanschluß bedeutet, daß nach dem NTBA eine Installation vorgenommen werden kann, die

  • den Anschluß von max. 8 beliebigen Endgeräten zuläßt,
  • den Anschluß von 4 Telefonen ohne eigene Stromversorgung ermöglicht,
  • die Installation von maximal 12 Telefondosen (bei Doppeldosen insgesamt 12 Steckplätze) erlaubt.

Jedes Endgerät erhält seine eigene Mehrfachrufnummer MSN. Standartmäßig sind es beim Basisanschluß 3 MSN’s. Es können aber noch 7 weitere MSN’s beantragt werden, wobei jede weitere MSN pro Monat 5,00 DM Grundgebühr kostet.

Beispiel: Rufnummernhaushalt mit übernommener alter analoger Rufnummer

      0841-7678

      0841-930076

      0841-930077

TK-Anlagenanschluß

An einem TK-Anlagenanschluß (TK=Telekommunikation) wird eine Nebenstellenanlage betrieben. Es können keine ISDN-Telefone direkt angeschlossen werden.

Beispiel: Rufnummernhaushalt von 20 Nebenstellen

      0841-9050-0
      0841-9050-101.Telefon
      0841-9050-112.Telefon
      0841-9050-123.Telefon

      0841-9050-3120.Telefon

Die Kosten

Grundgebühr und Leistungsmerkmale für den Basisanschluß

Stand 1.März 1999

Leistungs-
merkmale

Standart-
anschluß

Standart-
anschluß

Komfort-
anschluß

Komfort-
anschluß

 

Mehrgeräte-
anschluß

TK-Anlagen-
anschluß

Mehrgeräte-
anschluß

TK-Anlagen-
anschluß

Einrichtungspreis
einmalig

100,87

100,87

100,87

100,87

Monatl. Gebühr

46,40

64,56

51,44

69,60

Rufnummern-
übermittlung

O

O

O

O

Rückfrage und
Makeln

O

-

O

-

Dreierkonferenz

O

-

O

-

Umstecken am
Bus

O

-

O

-

Anklopfen

O

-

O

-

Rückruf bei
Besetzt

O

O

O

O

Anrufweiter-
schaltung

X

X

O

O

Übermittlung der
Verbindungsent-
gelte am Ende
der Verbindung

X

X

O

O

 O  Leistung im Grundpreis enthalten;      X  Leistung im Grundpreis nicht enthalten, kann    gesondert beantragt werden;                     -   Leistung nicht verfügbar

Zum Einrichtungspreis addieren sich die Kosten für die Installation des NTBA. Diese können gespart werden, wenn man den NTBA selbst montiert. Desweiteren kommen noch die Kosten für die Installation nach dem NTBA (Telefonanlage, Telefone, Kabel, usw.) dazu.

Eintragung in das Telefonbuch

Die Telekom nimmt pro MSN einen kostenlosen Eintrag in das Telefonverzeichnis für den Namen, den Vornamen, die Anschrift und die Berufs- bzw. Geschäftsbezeichnung vor. Alle Zusätzlichen Angaben sind kostenpflichtig. Man sollte sich unbedingt mit dem zuständigen Sachbearbeiter für die Eintragungen in Telefonverzeichnisse in Verbindung setzen, damit die MSN’s richtig zugeordnet werden können.

Die Installation

NTBA

Der NTBA stellt das Bindeglied zwischen dem digitalen Netz der Deutschen Telekom und den ISDN-Endgeräten dar.
Der NTBA muß in der Nähe der vorhandenen Telekommunikations-Anschluß-Einheit (TAE-Dose) montiert werden. Nachdem alle an der TAE-Dose angeschlossenen Endgeräte entfernt wurden, wird der NTBA mit der TAE-Dose verbunden. Dazu wird das NTBA-Anschlußkabel in die mit F gekennzeichnete Buchse der TAE-Dose gesteckt.
Eine grüne Leuchtdiode zeigt die durchgeschaltete Anschlußleitung zur Vermittlungsstelle an. Es kann bis zu zwei Minuten dauern, bis der Anschluß aktiviert ist.
Der 230V-Netzanschluß des NTBA’s dient ausschließlich dazu, die angeschlossenen Endgeräte über den NTBA mit Strom zu versorgen. Es können max. 4 Endgeräte über den NTBA gespeist werden.Werden mehr Endgeräte, also 5 und mehr, ohne eigene Stromversorgung angeschlossen, muß der NTBA an das 230V-Netz angeschlossen werden. Beim Anschluß einer TK-Anlage ist darauf zu achten, daß alle an die TK-Anlage angeschlossenen Endgeräte auch von ihr mit Strom versorgt werden.

Kurzer passiver Bus

Die Gesamtlänge des Installationskabels darf 150m zwischen NTBA und letzter Anschlußdose nicht überschreiten. Die Leitungen müssen mit 100 Ohm Widerständen an der letzten Dose abgeschlossen werden. Es dürfen max. 12 Anschlußdosen installiert werden. An diesen Dosen dürfen max. 8 Endgeräte angeschlossen werden. Die Anschlußschnur zwischen Endgerät und Anschlußdose darf höchstens 10m lang sein.

Erweiterter passiver Bus

Die Gesamtlänge des Installationskabels darf bis zu 500m zwischen NTBA und letzter Anschlußdose betragen. Die Leitungen müssen mit 100 Ohm Widerständen an der letzten Dose abgeschlossen werden. Es dürfen max. 8 Anschlußdosen auf den letzten 30-50m des Busses installiert werden. An diesen Dosen dürfen max. 8 Endgeräte angeschlossen werden. Die Anschlußschnur des Endgeräts darf höchstens 10m lang sein.

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Stand 24.10.1999