Moschee

 

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Besuch in der Moschee

 

Wussten Sie schon, dass es in Kelheim eine islamische Moschee gibt?

Am Montag, den 3. April 2000 unternahmen wir, die Klasse 7c, gemeinsam mit unseren islamischen Klassenkameraden einen Besuch in der ziemlich neuen Moschee von Kelheim. Den Besuch hatte unser katholischer Religionslehrer Herr Gubik, der uns auch begleitete, organisiert. Das Gebäude liegt in dem neuen Gewerbegebiet nahe der Alten Abensberger Straße. Da wir uns einen Bau mit Kuppeldach und Minarett erwartet hatten, waren wir doch ziemlich überrascht über den Anblick des Baus. Er glich mehr einem großen Mietshaus und von einem Minarett war weit und breit nichts zu entdecken.

Wir wurden von Herrn Balaban, dem Vorsitzenden des türkisch - islamischen Vereins empfangen, der uns das Gebäude als türkisches Kulturzentrum vorstellte, das neben den Gebetsräumen der Moschee auch zwei Aufenthalts- und Versammlungsräume, einen kleinen Laden und Räume für die Körperreinigung enthält. Dieses Kulturzentrum wurde vor fünf Jahren mit einem Kostenaufwand von ca. 1,3 Millionen Mark von dem türkisch – islamischen Verein errichtet. Der Verein, der seit 1985 besteht, hat etwa 200 Mitglieder, wovon jedes 5000 DM zur Finanzierung des Bauwerks aufbringen muss. Im Erdgeschoss befindet sich neben einem großen Raum für Jugendliche mit einer Theke, Fernseher, 2 Dartautomaten und einer Tischtennisplatte auch ein gemütlich eingerichteter Raum für die älteren Besucher des Kulturzentrums, damit sich auch diese in Ruhe unterhalten können. Dieser türkische Verein hat auch eine eigene Dartmannschaft, die auch im Wettstreit mit deutschen Teams ihre Meisterschaften austragen. Neben Sportübertragungen werden vor allem auch Beiträge zur Geschichte, Kultur und Geografie der Türkei angeboten.

Etwas ungewöhnlich war es schon für uns, als wir die Schuhe ausziehen mussten, bevor wir das Obergeschoss betreten konnten, denn dort befinden sich die Gebetsräume. Der größere Raum ist für die Männer bestimmt, dahinter liegt der etwas kleinere für die Frauen, wohin die Gebete und Ansprachen des Hodscha über Lautsprecher übertragen werden. Selbst die Eingänge und natürlich auch die Waschräume sind für Männer und Frauen getrennt. Auf unsere Frage nach dem Grund dafür erklärte uns Herr Balaban, dies sei so geregelt, damit man beim Beten möglichst wenig abgelenkt werde. Deshalb sind die Gebetsräume auch schlicht und einfach ausgestattet. Uns fiel vor allem das Fehlen von schmückenden Bildern oder Statuen auf. Nur an der Stirnseite, nach Mekka gewandt, befindet sich in der Mitte etwas erhöht die Gebetsnische Mihrab, vor welcher der Vorbeter während der Gebete kniet. Seine Ansprachen hält der Hodscha im Sitzen von der Mimber, einer niederen Kanzel aus, die auf der linken Seite an der Wand befestigt ist. Sie ähnelt sehr den großen Predigtkanzeln in unseren katholischen Kirchen. Auf der rechten Seite steht die Gebetstreppe Hutbe, die vom Priester nur jeweils am Freitag und an zwei Feiertagen im Jahr zum Hochgebet betreten wird. An kleinen Ständern entdeckten wir eine Anzahl von Gebetsschnüren, die sehr unserem katholischen Rosenkranz gleichen, jedoch mit 3 x 33 Gebetsperlen.

Ein Muslim hat auch eine Reihe von Geboten zu beachten. Vor dem Beten muss er sich einer dreimaligen Reinigung unterziehen, soll fünfmal am Tag zu Allah beten und darf kein Schweinefleisch und keinen Alkohol, außer als Medizin, zu sich nehmen. Die Hauptfeste sind das Fest des Fastenbrechens Ramazan BayramÏ und das Opferfest Kurban BayramÏ . An diesem Fest gedenken die Muslime der Beendigung der Menschenopfer, als Gott dem Stammesvater Ibrahim (= Abraham) befahl, mit der Opferung seines Sohnes Isaak auf dem Opferaltar innezuhalten. Als Opfergabe wird an diesem Fest ein Lamm geschlachtet, wovon ein Drittel nur in der eigenen Familie gegessen wird und je ein Drittel soll an die Nachbarn und an die Armen verteilt werden.

Freitags wird die Moschee von 100 bis 200 Gläubigen besucht, während an den beiden großen Festtagen 300 bis 400 Besucher kommen. In Kelheim leben zur Zeit etwa eintausend türkische Mitbürger und andere islamische Gläubige. Beim Verlassen der Gebetsräume konnten wir noch eine kunstvoll verzierte Handschrift des Koran bewundern. Dieser Besuch gab uns einen kleinen Einblick in den islamischen Glauben an einen einzigen Gott und zeigte uns auch noch eine Reihe von Gemeinsamkeiten, besonders in moralischen Grundfragen. Durch diesen Besuch wurde das Verständnis für unsere islamischen Mitbürger sicher bei vielen Mitschülern erheblich verbessert.

 

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Mimber und die Gebetstreppe Hutbe

Herr Gubik, unser Religionspädagoge, und Herr Balaban, der Vorsitzende des türkisch-islamischen Vereins