Mittelbayerische Zeitung, Fr., 29. Februar 2008:

Oberstes Ziel der Grünen: Als Fraktion in Stadtrat einziehen

ABSCHLUSS Mit einem Bürgergespräch beendeten die Grü­nen den Wahlkampf.

„Ich finde eine Kinderkrippe im neuen Offenstettener Kindergarten bes­ser“, erklärte Margit Kovács-Ernst beim Bürgergespräch.    Foto: Archiv

ABENSBERG. Auf dem Energiefahrrad ging Manchem doch die Puste aus, denn ohne ordentlich Pedalpower, leuchtete die Glühbirne nicht auf. Um Strom, genauer um Ökostrom, ging es Richard Zieglmeier, dem Spitzenkan­didaten der Grünen, der bei der Wech­selstromparty vier bundesweit liefern­de Stromanbieter empfahl, die ohne Atomstrom auskommen.
  Zusammen mit Margit Ko­vács-Ernst (parteilos) führt er die offe­ne Liste der Grünen in Abensberg an. Er hofft, auf ein zweites Mandat für die Grünen, um als Fraktion zu gelten. „Jeder Stadtratssitzung ist eine Frakti­onssitzung vorgeschaltet“, die bislang ohne ihn stattfand. Und auch um in ei­nen Arbeitskreis zu gelangen, braucht eine Partei Fraktionsstärke. „Da bin ich außen vor“, und so hofft er, sich mit Margit Kovacs-Ernst noch intensi­ver in die Abensberger Politik einbrin­gen zu können.
  Evi Attenberger hat die Nachricht über die geplante Erweiterung der Parkplätze des Einkaufszentrums Richtung Sallingbachtal zum Ge­spräch der Grünen in den Lauberger getrieben. „In den Allersdorfer Wiesen war ich schon als Kind“, sagt sie, „ich finde das schrecklich!“. Das ist Wasser auf Richard Zieglmeiers Mühlen, denn er sieht in den 168 Parkplätzen, die das Einkaufszentrum unbedingt benötigt, eine Salami-Taktik. „Das läuft in den nächsten Jahren weiter“, ist der Stadt­rat der Grünen überzeugt, denn Max Braunmühl gehört das Gebiet bis zum Sallingbach. War der Stadtrat vor zehn Jahren einstimmig gegen eine Bebau­ung, so weicht das Argument Wirt­schaftsförderung dem Erhalt eines der ersten bayerischen Arten- und Bio­top-Schutzräume auf. „Obwohl da zwei Millionen Euro an öffentlichen Geldern, auch aus dem Landkreis hi­nein­geflossen sind“, so Zieglmeier.
  Margit Kovacs-Ernst liegt der Bil­dungsaspekt am Herzen. „Ich bin ge­gen das zentrale Bildungszentrum in Abensberg“, sagt sie, „ich finde eine Kinderkrippe im neuen Kindergarten in Offenstetten besser“.
  Ein von Schülern betreutes Jugend­telefon findet sie wichtig und den bar­rierefreien Tourismus möchte sie för­dern. „Was gut für Rollstuhlfahrer ist, ist auch gut für Kinderwagen und älte­re Menschen“, da ist sich Margit Ko­vács-Ernst sicher. (xlf)


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