LANDKREIS. Prominente Unterstützung hatten sich die Landkreis-Grünen gestern für ihren Kampf gegen die neuen Kraftwerksblöcke des E.ON-Kraftwerks Irschings geholt. Die Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag betonte die Notwendigkeit einer Kraft-Wärme-Kopplung im neuen Block 5. Bekanntlich soll für diesen Bereich des Kraftwerks Wasser für Kühlzwecke aus der Donau entnommen und anschließend erwärmt in den Fluss zurückgeleitet werden. Fischer befürchten deshalb starke Veränderungen bei Flora und Fauna der Donau.
Statt warmes Wasser in den Strom zu schütten und damit Wärme zu verschwenden, sagen
Künast und die Landkreis-Grünen, solle auf Kraft-Wärme-Kopplung gesetzt werden. Die Grünen sehen sich durch ein Gutachten bestätigt, das die mögliche Nutzung der in Irsching entstehenden Wärme in der benachbarten Bayernoil-Raffinerie beschreibt. Den denkbaren Einwand, wonach die Energie im Kraftwerk nicht kontinuierlich, sondern schubweise produziert werde und die Wärme nicht in stetig gleichem Umfang entstehe, nannte Grünen-Kreisrat Richard Zieglmeier als nicht stichhaltig. Das sei für ihn durch das Gutachten, aber auch durch technische Lösungen widerlegt. Mit Kraft-Wärme-Kopplung käme die Anlage auf einen Wirkungsgrad von 85 bis 90 Prozent. Ohne liegt er bei 60 Prozent.
Das diese Möglichkeit nicht für Irsching eingeplant worden sei, liege, so Renate Künast, an mehreren
Phänomenen. Zum einen sei dafür die „Besatzungsmentalität“ der Energiekonzerne verantwortlich, die Deutschland ähnlich
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Grüne für Kraft-Wärme-Kopplung: v. li. Richard Zieglmeier. Franz Aunkofer, Renate Künast, Christiane Lettow-Berger
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wie einst die Besatzungsmächte unter sich aufgeteilt hätten. Zum anderen handele es sich um ein umfassendes Problem.
Einerseits bestünden umfangreich Forschungs- und Förderungsprogramme, die traditionelle Technologien stützen. Andererseits
seien aber auch Teile der großen Parteien zu sehr mit den Energiekonzernen verbandelt, um unabhängig entscheiden zu können.
Dennoch sei sie davon überzeugt, dass die Zukunft im Energiesektor u. a. bei Doppelkraftwerken liege, bei denen sowohl die Wärme als auch der Strom genutzt
werde. Ferner prophezeite sie einen weiteren Anstieg der Energiepreise, der es weiter erfordere, über Einsparpotenziale und neue Technologien nachzudenken, statt auf den weiteren Bau von Kraftwerken zu setzen.
DIE HINTERGRÜNDE |
| E.ON baut am Standort Irsching (bei Vohburg) neue Kraftwerksblöcke. Herzstück ist die größte Gasturbine der Welt. Sie stammt von Siemens, leistet 340 Megawatt und benötigt 18 Kubikmeter Gas pro Sekunde. Damit wäre die Turbine fähig, eine Großstadt wie Hamburg mit Strom zu versorgen. Entwicklung und Bau dieser leistungsstärksten Gasturbine der Welt kosteten 500 Millionen Euro. Noch befindet sich die Turbine in der Erprobungsphase.
(jd)
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