WELTENBURG. „Nachhaltig, sozial, vielfältig“ — so umrissen Christiane Lettow-Berger und Franz Aunkofer bei der Wahlveranstaltung in Weltenburg vor 25 Zuhörern, inklusive der eigenen Kandidaten, das Programm von Bündnis90/Die Grünen für die nächsten sechs Jahre Politik für Kelheim. Aunkofer stellte fest: „Die Grünen besetzen die wirklich wichtigen Themen.“
Stichwort Klimakatastrophe und Globalisierung. Der Hochwasserschutz sei eine Vorsorgemaßnahme, um mit Klimakatastrophen besser umgehen zu können und auf die Globalisierung sei die Antwort der Grünen: Regionalisierung. Allein 190 Millionen Euro flössen jährlich an Energiekosten aus dem Landkreis ab. Mit sparsamem Umgang mit Energie und dem Einsatz nachwachsender Rohstoffe könnte ein Landkreis wie Kelheim seinen Energiebedarf decken.
Zum Thema Nachhaltigkeit gehöre auch der sorgsame Umgang mit Böden und Flächen. Lettow-Berger sprach sich in diesem Zusammenhang gegen überdimensionierte Ausweisungen von Baugebieten in den Ortsteilen aus. Die Hafenerweiterung dürfe nicht weiter in die Breite und die Höhe gehen und für das Gewerbe stünde mit 60 Hektar genug Fläche zur Verfügung.
Unter dem Stichwort sozial nannte die Stadträtin den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote und für die Sanierung der Schule müsse ein verlässlicher Zeitplan erstellt werden. Für sinnvoll erachten es die Grünen, ein Konzept für betreutes Wohnen auch in den Ortsteilen zu erarbeiten und dabei den Seniorenbeirat besser mit einzubinden. Auch brauche es Konzepte zur Integration ausländischer Mitbürger.
Zur Stellung der Grünen im Stadtrat sagte Aunkofer, man habe einen sehr guten Status und das Verhältnis zur Verwaltung sei bestens. Er stellte aber auch fest, dass man keine großen Zukunftspläne entwickeln habe können, da die Stadt Kelheim mit Vergangenheitsbewältigung beschäftigt sei. Die Stadt habe viele Jahre hinter sich, in denen wegen des Schuldenstands keine größeren Investitionen gemacht werden konnten. Außerdem musste und muss vieles saniert werden.
Bei der Frage eines Zuhörers, welchen Bürgermeister man wählen solle, wollten sich die Grünen nicht festlegen. Jedoch betonte Lettow-Berger, dass es nicht darum gehe, einen Manager zu wählen, denn eine Stadt sei kein Unternehmen, sondern ein soziales Gefüge. Und Aunkofer kritisierte, dass es eine glatte Lüge gewesen sei, dem Stadtrat Klüngelei vorzuwerfen und zu behaupten, im Museum sei ein Archäologe eingestellt worden. Es sei eine zeitlich befristete 15-Stunden-Stelle diskutiert worden. Und selbstverständlich dürften sich für Stellen bei der Stadt auch Kinder von Stadträten bewerben.