Mittelbayerische Zeitung, Di., 26. Februar 2008:

Grüne sehen sich als Vertreter wirklich wichtiger Themen

WAHLKAMPF Keine Empfeh­lung für einen Bürgermeis­ter — aber eine deutliche Ab­sage

VON GABI HUEBER-LUTZ, MZ

In Weltenburg luden die GrOnen zum politischen Frühschoppen mit den Stadträten Christiane Lettow-Berger (Ii.) und Franz Aunkofer (re.).    Foto: lhl

WELTENBURG. „Nachhaltig, sozial, viel­fältig“ — so umrissen Christiane Lettow-Berger und Franz Aunkofer bei der Wahlveranstaltung in Welten­burg vor 25 Zuhörern, inklusive der eigenen Kandidaten, das Programm von Bünd­nis90/Die Grünen für die nächsten sechs Jahre Politik für Kelheim. Aun­kofer stellte fest: „Die Grünen besetzen die wirklich wichtigen Themen.“
  Stichwort Klimakatastrophe und Globalisierung. Der Hoch­wasser­schutz sei eine Vorsorge­maßnahme, um mit Klima­katastrophen besser umgehen zu können und auf die Glo­balisierung sei die Antwort der Grü­nen: Regionalisierung. Allein 190 Mil­lionen Euro flössen jährlich an Ener­giekosten aus dem Landkreis ab. Mit sparsamem Umgang mit Energie und dem Einsatz nachwachsender Rohstof­fe könnte ein Landkreis wie Kelheim seinen Energiebedarf decken.
  Zum Thema Nachhaltigkeit gehöre auch der sorgsame Umgang mit Böden und Flächen. Lettow-Berger sprach sich in diesem Zusammenhang gegen über­dimensionierte Ausweisungen von Baugebieten in den Ortsteilen aus. Die Hafen­er­weiterung dürfe nicht wei­ter in die Breite und die Höhe gehen und für das Gewerbe stünde mit 60 Hektar genug Fläche zur Verfügung.
  Unter dem Stichwort sozial nannte die Stadträtin den Ausbau der Kinder­betreuungsangebote und für die Sanie­rung der Schule müsse ein verlässli­cher Zeitplan erstellt werden. Für sinn­voll erachten es die Grünen, ein Kon­zept für betreutes Wohnen auch in den Ortsteilen zu erarbeiten und dabei den Seniorenbeirat besser mit einzu­binden. Auch brauche es Konzepte zur Integration ausländischer Mitbürger.
  Zur Stellung der Grünen im Stadt­rat sagte Aunkofer, man habe einen sehr guten Status und das Verhältnis zur Verwaltung sei bestens. Er stellte aber auch fest, dass man keine großen Zukunftspläne entwickeln habe kön­nen, da die Stadt Kelheim mit Vergan­gen­heits­bewältigung beschäftigt sei. Die Stadt habe viele Jahre hinter sich, in denen wegen des Schulden­stands keine größeren Investitionen gemacht werden konnten. Außerdem musste und muss vieles saniert werden.
  Bei der Frage eines Zuhörers, wel­chen Bürgermeister man wählen solle, wollten sich die Grünen nicht festle­gen. Jedoch betonte Lettow-Berger, dass es nicht darum gehe, einen Mana­ger zu wählen, denn eine Stadt sei kein Unternehmen, sondern ein soziales Gefüge. Und Aunkofer kritisierte, dass es eine glatte Lüge gewesen sei, dem Stadtrat Klüngelei vorzuwerfen und zu behaupten, im Museum sei ein Ar­chäologe eingestellt worden. Es sei ei­ne zeitlich befristete 15-Stunden-Stelle diskutiert worden. Und selbstver­ständlich dürften sich für Stellen bei der Stadt auch Kinder von Stadträten bewerben.


zur Übersicht