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Eine 2 000 Meter lange Leitung wäre erforderlich, um den Dampf, der bei der Stromerzeugung im E.ON-Kraftwerk lrsching entsteht, zur Bayernoil-Raffinerie Vohburg zu leiten. Foto:jd
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NEUSTADT/IRSCHING. Die Diskussion um die von E.ON beabsichtigte Einleitung erwärmten Kühlwassers in die Donau am E.ON-Kraftwerk Irsching hält an. Neustadts Umweltreferent Erhard Garbe (SPD) befürchtet weiterhin massive Auswirkungen auf Flora und Fauna des Flusses. Kreisrat Richard Zieglmeier (Grüne) fordert unverändert eine Nutzung der Abwärme, um das erwärmte Kühlwasser nicht in die Donau leiten zu müssen. Bei einer Podiumsdiskussion Mitte vorigen Jahres war von E.ON Zieglmeiers Forderung nach einer Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) strikt abgelehnt worden.
Rückenwind bekommt Zieglmeier jetzt durch die eben veröffentlichte Detailstudie des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zum Wärmeverbund Ingolstadt. Darin wird die Auskopplungsmöglichkeit von Dampf aus dem E.ON-Kraftwerk Irsching und die Lieferung des Dampfs an die benachbarte Bayernoil-Raffinerie Vohburg geprüft.
2 000 Meter Leitung erforderlich
Dafür, so das Landesamt, wäre eine 2000 Meter lange Leitung erforderlich. Die Experten gehen davon aus, dass durch die Leitung eine Dampfmenge von 50 Tonnen pro Stunde bei einem Druck von 30 bar und einer Temperatur von 350 Grad Celsius geleitet werden könnte. In Abstimmung mit der Bayernoil sei aus technischen Gründen nur die Auskopplung auf einem 30 bar-Niveau verfolgt worden.
Die Studie weist auch darauf hin, dass jede Dampfauskopplung mit einer Verringerung der elektrischen Leistung der Dampfturbinenanlage des neuen Kraftwerks in Irsching verbunden ist. Weiterhin heißt es in der Untersuchung, dass die von E.ON vorgesehenen Kraftwerke zur Spitzenstrombereitstellung im öffentlichen Stromnetz vorgesehen sind. Hierdurch bedingt liege die voraussichtliche, jährliche Einsatzzeit unter 4000 Stunden pro Jahr (überwiegend wochentags und tagsüber).
„Nachteilig für Bayernoil ist die doch relativ geringe Einsatzzeit des neuen Kraftwerks, die eine anderweitige Versorgung der Raffinerie mit Dampf von über 4000 Stunden pro Jahr erfordert. Die reinen Kapital- und Betriebskosten der Dampfleitung und der Einspeisestationen im Kraftwerk und bei Bayernoil betragen umgerechnet auf die bei 4000 Stunden pro Jahr gelieferte Dampfmenge nur circa drei Euro pro Tonne.“
Ökologische Bewertung
Zu den Auswirkungen auf die Umwelt des neuen Kraftwerks am E.ON-Standort Irsching im Energieverbund mit Bayernoil-Vohburg heißt es: „Die Dampfauskopplung aus dem E.ON-Kraftwerk bei Dampflieferung an Bayernoil in dem vorkalkulierten Umfang erspart bei Bayernoil die Erzeugung von Dampf in der dortigen Kesselanlage. Aufgrund der unterschiedlichen eingesetzten Raffineriebrennstoffe ergeben sich Einsparpotenziale bei allen relevanten Luftschadstoffen dieser Anlage. Insgesamt ergibt sich dort vor allem ein C02-Einsparpotenzial in Höhe von circa 53 600 Tonnen pro Jahr.“
Richard Zieglmeier sieht sich durch die Studie in seiner Forderung nach einer Kraft-Wärme-Kopplung bestätigt. „Nach der Untersuchung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt es sehr wohl diese Möglichkeit zwischen E.ON und Bayernoil.“ Der Grünen-Kreisrat geht davon aus, „dass E.ON jetzt nicht mehr behaupten kann, ‚es geht nicht’“.
GRÜNE DEBATTIEREN OBER IRSCHING |
Die niederbayerischen Grünen treffen sich nach einigen Jahren wieder beim Kreisverband Kelheim zu ihrer Bezirksratssitzung. Diese findet am Samstag, 9. Februar, in Neustadt/Donau um 14 Uhr im „Braustüberl“ („Pizzeria bei Carmela“) an der Herzog-Ludwig-Straße statt.
Gleich beim ersten Punkt der Tagesordnung geht es um die geplante Abwärmeeinleitung der in Irsching im Bau befindlichen E.ON-Kraftwerksanlagen. Erhard Garbe, Vorstand der Neustädter Fischerfreunde‘ berichtet dazu über die befürchteten Auswirkungen auf die Donauflora und -fauna.
Richard Zieglmeier, grüner Kreisrat im Kreis-Umweltausschuss, erläutert die mögliche Nutzung der Abwärme laut der nun veröffentlichten Detailstudie zum Wärmeverbund Ingolstadt. Weiterhin berichtet er von den Beteiligungen der Nürnberger und Frankfurter Energieversorger an der Gemeinschaftskraftwerk Irsching GmbH und davon, dass Nürnberg und Frankfurt dem Klimabündnis Europäischer Städte angehören, das fordert, neue thermische Kraftwerke nur mit Kraft-Wärme-Kopplung zu betreiben.
Interessierte Bürger können an der Sitzung teilnehmen.
(mz)
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