Mittelbayerische Zeitung, Do., 31. Januar 2008:

Stadtrat genehmigt 168 Stellplätze im Sallingbachtal

Die Parkplätze des Einkaufszentrums grenzen direkt an das Naturschutzge­biet und sollen dorthin erweitert werden.     Foto: Forster

ERWEITERUNG Der Stadtrat sprach sich nach kontrover­ser Debatte für die Erweite­rung der Parkflächen am Einkaufszentrum aus.

VON WOLFGANG ABELTSHAUSER. MZ

ABENSBERG. Wie bereits berichtet, bean­tragte die Firma Braunmühl, den Bebau­ungsplan „Verbrauchermärkte“ so zu verändern, dass im südlich angrenzen­den Areal weitere 168 Stellplätze entste­hen können. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl teilte mit,, dass die Aufsichtsbe­hörde Zustimmung signalisiere.
  „Ich habe im Bauausschuss dagegen gestimmt und tue es auch jetzt“, war von Claudia Ziegler zu hören. Immer­hin handle es sich um einen Außenbe­reich sowie ein Überschwemmungsge­biet. Sie sehe Probleme für die Unterlie­ger, weil auf sie aufgrund der zusätzlich versiegelten Flächen im Regenfall mehr Wasser zukommen könnte. Brandl er­widerte, dass dies ja im Aufstellungsver­fahren zu prüfen sei.

„Eine bedenkliche Entwicklung“

Ziegler erinnerte an die Aufstellung des Flächennutzungsplans im Jahr 1998. Damals sei festgehalten worden, keines­falls im besagten Areal des Sallingbach­tals Projekte zuzulassen. Die Tatsache, dass es seitens der Naturschutzbehörde anscheinend keine Bedenken gebe, ha­be hier eine neue Situation hervorgeru­fen — so die Ansicht vom Bürgermeister. Albert Hier stellte fest, dass es ja keine Aufschüttungen gebe. Und weil auf einer bisher landwirtschaftlich genutz­ten Fläche ein Ausgleichsbereich ge­schaffen werde, gebe es sogar eine Ver­besserung des jetzigen Zustands.
  Richard Zieglmeier dagegen bezeich­nete das Vorhaben als „bedenkliche Entwicklung“. Er sehe in der kommen­den Situation einen Dammbruch. Wei­tere Maßnahmen im besagten Bereich seien zu befürchten. Und dann könne man das Sallingbachtal vergessen. Mit einer Zustimmung zum Projekt „tuen wir uns nichts Gutes“. Es gebe Anlieger in dem Bereich, die hätten Alternativen gefunden — etwa ein Parkdeck.

Einkaufszentrum einzige Alternative

Kritik schallte ihm entgegen. Zieglmei­er sei von je her gegen Fortschritt in Abensberg eingestellt. So formulierte es Wolfgang Gural. Dr. Heinz Kroiss gab zu bedenken, dass es zum Einkaufszent­rum in Abensberg keine Alternative ge­be. Letztendlich gab der Stadtrat zur Än­derung des Bebauungsplans bei sechs Gegenstimmen sein grünes Licht.
  Über Investitionen anderer Art wur­de debattiert. Siegfried Eisenknappel monierte kaputte Bankette bei der Stra­ße zwischen Arnhofen und Offenstet­ten. Brandl nannte als Grund die gro­ßen modernen landwirtschaftlichen Fahrzeuge, für die ältere Straßen eben nicht ausgelegt seien. Die Bankette wür­den sehr wohl regelmäßig hergerichtet. Letztendlich würde jedoch nur eine Verbreiterung helfen. Hier verwies er auf die hohen Kosten und notwendigen Grundstücksverhandlungen. Robert Hutterer verlangte, dies trotzdem anzu­denken, immerhin würde die Straße auch von vielen Bussen genutzt.


zum MZ-Bericht vom 22.02.2008
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