Was Sie als Anleger in Investmentfonds wissen und berücksichtigen sollten:
"wer in Aktienfonds investiert, braucht zwei Dinge - Ruhe und Disziplin"
(Sir John Templeton)
Merke: es gibt kein flexibleres Instrument der Geldanlage als
Investmentanlagen
Fachausdrücke im Investmentfondsgeschäft
Aktienanalyse
Die Aktienanalyse ist ein Verfahren zur Bewertung der Ertragskraft eines Unternehmens bzw. der Kurschancen der entsprechenden Aktie. Sie dient versierten Fondsmanagern als Entscheidungsgrundlage für den Kauf bzw. Verkauf von Aktien.
Aktienfonds
Investmentfonds, der überwiegend in Aktien angelegt ist. Spezieller Anlegerkreis sind Kunden mit dem Ziel, durch diese Anlage langfristig am Gewinn und Wachstum von guten Unternehmen beteiligt zu sein. Anlagehorizont ja nach Fonds 5 bis 10 Jahre oder auch länger.
Anlageverhalten, pro- und antizyklisch
Das prozyklische Verhalten breiter Anlegerkreise, bei hohen Wertpapierkursen und damit geringeren Wertsteigerungschancen in erheblichem Umfang Aktien zu erwerben und bei niedrigen Kursen mit hohen Wertsteigerungschancen von einem Erwerb abzusehen, ist falsch. Richtig, also antizyklisch, verhält sich der Anleger, der genau umgekehrt handelt.
Anteilwert
Der Wert der gekauften Anlagen einer Fondsgesellschaft durch die Zahl der erworbenen Anteile.
Aufgeld
Ausgabeaufschlag: zwischen 0% - 6,5%. Fonds die 0%, also keinen Ausgabeaufschlag haben, sog. No-Load-Funds, holen sich den Ausgabeaufschlag wieder durch überhöhte laufende Verwaltungsgebühren sowie z. T. auch durch eine erfolgsbezogene Vergütung, so dass der langfristig orientierte Anleger am Ende weit mehr bezahlt wird als mit dem einmaligen Aufgeld. Die Ausgabeaufschläge sollen bei den Gesellschaften die Betriebskosten decken und sind sozusagen das Eintrittsgeld in einen Investmentfonds. Bei größeren Summen lassen wir, die Dr. Müller & Co GmbH, über die Höhe des Ausgabeaufschlages gerne mit uns reden.
Ausgabepreis
Er ergibt sich aus dem Anteilwert zuzüglich des Aufgeldes.
Ausschüttungen
Ausschüttungen sind die an den Anlager einmal jährlich, aber auch halb- oder vierteljährlich ausgezahlten Erträge eines Investmentfonds. Zur Ausschüttung gelangen die im Laufe eines Geschäftsjahres dem Fonds zugeflossenen ordentlichen (=Dividenden und Zinseinnahmen) und außerordentlichen Erträge (=Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren). Die Höhe der Ausschüttungen sagt nicht viel über die Qualität eines Investmentfonds und seines Managements. Massstab dafür ist ausschließlich dessen Wertentwicklung. s. a. Thesaurierende Fonds.
Besteuerung von Fondsanteilen
Alle Erträge aus Investmentfonds gehören in die Anlage KSO der Einkommens-Steuererklärung: Dort werden sie gemäß dem persönlichem Steuersatz des Anlegers gekürzt; falls die Freibeträge von 3000 Mark für Ledige bzw. 6000 Mark für Verheiratete bereits ausgeschöpft sein sollten. Sofern der Investmentgesellschaft kein Freistellungsauftrag vorliegt, führen die Banken oder die Investmentgesellschaften die Steuer automatisch ab. Anleger, die ihre Investmentanteile im Ausland verwahren lassen, sind vom 30prozentigem Zinsabschlag und der neuen Zwischengewinnbesteuerung nicht betroffen. Sie versteuern ihre Einkünfte wie bisher in der Anlage KSO der Einkommenssteuer-Erklärung. Spekulationsgewinne sind an eine 12-monatige Frist gebunden und danach steuerfrei.
Blue Chips
Gebräuchliche Bezeichnung für Aktien substanz- und ertragsstarker Unternehmen mit einer höheren Börsenkapitalisierung und einem entsprechend hohen Marktgewicht.
Bond
Festverzinsliches Wertpapier.
Branchen- Länderfonds
Sie investieren z.B. in Japan, Südamerika, Russland etc. (Länderfonds) oder in Internetaktien, Aktien des Neuen Marktes, Umwelt, Medizin, Telekommunikation etc. (Branchenfonds). Wer in diese Fonds investiert braucht mitunter weitaus mehr Zeit und Geduld als bei herkömmlichen Aktienfonds; daher sollten diese Fonds nur als Beimischung in einem gut strukturierten Fondsdepot dienen (ca. 5 - 20%).
Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen
Investmentgesellschaften sind Kreditinstitute und unterliegen der Aufsicht durch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen. Diese staatliche Aufsichtsbehörde hat darüber zu wachen, dass die Investmentgesellschaften die Vorschriften des Gesetzes über das Kreditwesen, des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften, des Auslandsinvestmentgesetzes und ihre Vertragsbedingungen einhalten.
BVI Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften
Im BVI sind nahezu alle deutschen Investmentgesellschaften zusammengeschlossen. Er bezweckt die Förderung des Investmentgedankens und die Wahrung der gemeinsamen Belange aller Mitglieder.
BVI-Methode
Man versteht darunter die Berechnung der Wertentwicklung eines Investmentfonds nach BVI. Der BVI läßt bei dieser Berechnung den Ausgabeaufschlag unberücksichtigt und geht davon aus, dass die Ausschüttungen immer wieder zum Rücknahmepreis reinvestiert werden.
Cost-Average-Effekt
Bei Anlageplänen mit regelmäßigen Einzahlungen erreicht der Anleger, dass bei fallenden Kursen entsprechend weniger Fondsanteile erworben werden. Diese regelmäßige Zahlung gleichbleibender Beträge über einen längeren Zeitraum hat für den Anleger den Vorteil, dass er die Anteile bei unterschiedlichen Ausgabepreisen zu einem insgesamt günstigeren Durchschnittspreis kauft. Zudem wirkt sich positiv aus, dass der Anleger im Rahmen eines Sparprogramms auch Anteilbruchteile erwirbt und den Kauf nicht auf volle Stücke abstimmen muss. Wer den Cost-Average-Effekt nutzt, kommt also langfristig zu günstigeren Einstiegspreisen.
Crash
Kurseinbruch an den Wertpapierbörsen.
DAX
Abkürzung für Deutscher AktienindeX. Dieser wird aus 30 repräsentativen Aktienwerten berechnet und gilt als Indikator für die Kursentwicklung des gesamten deutschen Aktienmarktes.
Depotbank
Der Depotbank einer Investmentgesellschaft obliegen nach dem Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften und den Vertragsbedingungen im Interesse der Anteilinhaber vorgeschriebene Überwachungs- und Kontrollaufgaben: Verwahrung des Sondervermögens, Ausgabe und Rücknahme von Anteilscheinen, Berechnung der Ausgabe- und Rücknahmepreise, Ausschüttung der Erträge.
Diskontsatz
Zinssatz, zu dem die Bundesbank Wechsel von Banken kauft.
Dow-Jones-Index
US-amerikanischer Aktienindex, der seit 1897 veröffentlicht wird und die Aktienkurse von 30 Industrie-, 20 Eisenbahn- und 15 Versorgungswerten beinhaltet.
Festverzinsliche Wertpapiere, Obligationen, Rentenpapiere
Dieses sind Wertpapiere mit einer feststehenden gleichbleibenden Verzinsung (Nominalverzinsung). Der Anleger gewährt dem Emittenten quasi ein Darlehen in Höhe des Nennwertes und hat Anspruch auf eine feste Verzinsung sowie Rückzahlung zu 100% zum Laufzeitende. Zahlreiche Statistiken belegen, dass festverzinsliche Wertpapiere Aktien deutlich unterlegen sind, trotzdem investieren die Deutschen bisher etwa nur ca. 8% in Aktien oder Aktienfonds.
Fondspicker
Dies sind private Vermögensverwalter, die für ihre Kunden versuchen, angeblich optimale Fondsdepots zusammenzustellen; die meisten Fondspicker lassen sich diesen Service allerdings fürstlich honorieren durch eine Eintrittsgebühr, Verwaltungsgebühr und manchmal sogar durch eine Gewinnbeteiligung. Darüber hinaus sind die Konzepte der Fondspicker nicht immer schlüssig und meist undurchsichtig. Sollten Sie trotzdem ihr Geld einem Fondspicker anvertrauen wollen, wäre wichtig, dass der Fondspicker ihre Konten direkt bei den Fondsgesellschaften führt oder dass ein vertrauenswürdiger Treuhänder benannt wird.
Garantiefonds
Hier gehen die Kosten für die Absicherung auf lange Sicht zu Lasten der Wertentwicklung.
Geldmarktfonds
Hierbei handelt es sich um Investmentfonds, die ausschließlich oder überwiegend in Geldmarkttitel und liquiden Papieren mit sehr kurzen Laufzeiten investieren, wie Termingelder, Schuldscheindarlehen und Anleihen mit kurzer Restlaufzeit etc. Der Vorteil besteht darin, dass man nicht an bestimmte Fristen von 30, 60 oder 90 Tagen gebunden ist, sondern jederzeit über das Geld verfügen kann. Geldmarktfonds sind aber auf jeden Fall die bessere Alternative zu Sparbüchern oder einem Festgeldkonto.
Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG)
Schützt die Kapitalanlage in deutschen Investmentfonds; die Investmentgesellschaften haben die strengen Anlagebestimmungen des KAGG einzuhalten. Ein Auslandsinvestmentgesetz regelt folglich den Vertrieb von ausländischen Investmentanteilen und die Besteuerung ihrer Erträge. Es sichert auch hier den Sparerschutz und stellt Wettbewerbsgleichheit zu den KAGG deutschen Rechtes her.
Hausse
Mit Hausse wird ein meist längere Zeit andauernder Kursanstieg bezeichnet. Gegensatz: Baisse.
Immobilienfonds, offene
Sie mussten in der Vergangenheit nie Verluste hinnehmen; wegen der geringen Renditen lohnen diese Fonds sich aber selten.
Index
Errechneter Durchschnitt der Kurse am Aktien- oder Rentenmarkt. Dient auch als "Messlatte" für den Anlageerfolg von Fonds. Am deutschen Aktienmarkt spiegelt der DAX-Index die Kursentwicklung der 30 meistgehandelten Aktientitel wider.
Investmentfonds
Nach deutschem und internationalem Recht "Sondervermögen". Das Sondervermögen wird von einer Investmentgesellschaft verwaltet und von einer von ihr unabhängigen Depotbank verwahrt. Sondervermögen besagt, dass es streng getrennt vom eigenen Vermögen der Investmentgesellschaft zu halten ist und weder für Verbindlichkeiten der Investmentgesellschaft noch der Depotbank herangezogen werden darf. So hatte die Milliardenpleite der Barings-Bank von 1996 durch den Spekulanten Leason keine Auswirkungen auf das Fondsvermögen ihrer Anleger.
Laufzeitfonds
Fonds mit begrenzter Laufzeit.
Leitzinsen
Von der Bundesbank festgesetzter Zinssatz für die Abgabe von Zentralbankgeld (Diskontsatz, Lombardsatz, Wertpapierpensionssatz). Die Leitzinsen beeinflussen das Zinsniveau am Geldmarkt.
Lombardsatz
Zinssatz der Bundesbank für die Kreditgewährung an Banken gegen Verpfändung von Wertpapieren für die Überbrückung vorübergehender Liquiditätsbedürfnisse.
Optionsanleihe
Festverzinsliches Wertpapier, das mit Zusatzrechten, sog Optionsscheinen, ausgestattet ist, die zum Kauf einer festgelegten Anzahl von Aktien zu Optionsbedingungen (Wert, Zeitraum, Anzahl) berechtigt.
Performance
Wertentwicklung
Portefeuille (=Portfolio)
Zusammensetzung einer Kapitalanlage.
Rating
Beurteilung der Bonität eines Emittenten (=Schuldners). Unabhängige Agenturen bedienen sich bei der Klassifizierung der Rating-Skalen von AAA für die beste Bonität bis D für mangelnde Zahlungsfähigkeit.
Rechenschaftsbericht
Die in Deutschland registrierten Investmentgesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, jährlich einmal einen Rechenschaftsbericht und nach sechs Monaten einen Zwischenbericht zur Information ihrer Anleger herauszugeben. Das KAGG schreibt vor, was die Berichte beinhalten müssen.
Rendite
Gesamterfolg einer Anlage, in der Regel bestehend aus Zins- und Dividendenerträgen sowie den Kursveränderungen, in Relation gesetzt zum investierten Kapital. Die Rendite-Zahlen der einzelnen Fondsgesellschaften werden vor Veröffentlichung in den Medien von der Securities and Exchange Commission für amerikanische Fonds sowie vom Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen für in Deutschland zugelassene Fonds überprüft.
Rentenfonds
Dies ist ein Investmentfonds, der ausschließlich oder überwiegend festverzinsliche Wertpapiere enthält. Zielgruppe sind Anleger, die möglichst stetige, hohe Erträge erzielen wollen. Bei geringem Risiko erreichen die Renditen allerdings selten das Niveau von Aktienfonds.
Rücknahmepreis
Er ist der Preis, den der Anleger bei der Rückgabe/Verkauf der Fondsanteile erhält. Er entspricht dem Anteil- oder Inventarwert des Investmentfonds.
SEC (=Securities and Exchange Commission)
Die Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde der USA und strengste Institution weltweit.
Sparpläne in Aktienfonds
Sie stellen auf jeden Fall die lohnendere Alternative zur Kapital-Lebensversicherung oder gar zu den beliebten und berühmt-berüchtigten Banksparplänen dar. Voraussetzung sind Sparpläne in ausgewählten Aktienfonds, die schon seit Jahrzehnten nachweislich eine überdurchschnittliche Performance erbracht haben.
Spezialfonds
Investmentfonds, deren Anteilscheine einem bestimmten Erwerberkreis vorbehalten sind, z. B. institutionellen Anlegern oder Belegschaftsmitgliedern von Unternehmen.
Thesaurierende Fonds
Investmentfonds, die die erwirtschafteten Erträge nicht ausschütten sondern wiederanlegen.
Umbrellafonds
Investmentfonds, die ihr Kapital vollständig oder zum Teil in Anteilen anderer Investmentfonds investieren.
Umlaufrendite
Durchschnittliche Rendite aller im Umlauf befindlichen festverzinslichen Wertpapiere mit einer Laufzeit über 3 Jahre, die regelmäßig von der Bundesbank errechnet wird.
Verkaufsprospekt
Enthält alle Angaben, die für die Beurteilung der Anlage in Investmentfonds von wesentlicher Bedeutung sind. Der Verkaufsprospekt mit den Vertragsbedingungen des Investmentfonds ist dem Anleger mit dem Abschluß der Anlage zu übergeben.
Vertragsbedingungen
Sind vom Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen zu genehmigen; sie regeln das Rechtsverhältnis zwischen den Anteilinhabern und der Investmentgesellschaft und dienen dem Schutz der Anleger.
Verwaltungsvergütung, sog. ' management fee'
Gebühr, die für die Verwaltung und das Management des Fonds von der Fondsgesellschaft dem Fondsvermögen entnommen wird. Die von den Fondsgesellschaften veröffentlichen Rendite-Zahlen sind von der Verwaltungsgebühr bereinigte Zahlen.
Wertpapierpensionssatz
Dieser dritte Leitzins wird von der Bundesbank zur Feinsteuerung ihrer Geldpolitik eingesetzt. Es werden lombardfähige Wertpapiere verwendet, die die Banken nach 30 Tagen zurücknehmen.
Wertpapier- Kenn - Nummer
Die WKN ist ein sechsstellige Zahl, die jedes Wertpapier eindeutig identifiziert.
Wiederanlage
Durch die Wiederanlage der jährlichen Ausschüttung eines Fonds verstärkt sich der "Kumulativeffekt" oder der "Zinseszinseffekt" je nach Dauer der Investmentanlage.
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